Sonntag, 2. August 2015

Montag, 15. Juni 2015

Von Katzentrockenfutter und Dorf-Nachbarn

Auf dem Bild links ist meine Nachbarskatze zu sehen. Um ihre Identität zu schützen, sind ihre schönen Augen nicht sichtbar.

Um es vorweg zu nehmen: Ich möchte meine ländliche Behausung nehmen und es auf einem einsamen Feld platzieren bzw. ohne Nachbarn sein. Durch die Nachbarskatze fühle ich mich nicht gestört, obwohl ihre Besuche mein Leben komplizierter gemacht haben. Schließlich wohnt Papagei Josie bei mir. Aber ich bin sowieso selbst schuld. Weil das arme Seelchen von ihren Besitzern überwiegend Trockenfutter erhält (nun nehme ich Bezug auf den Titel der Erzählung) und dieses verschmäht, stelle ich ihr Feuchtfutter zur Verfügung. Als Dankeschön legt die Katze mir regelmäßig tote Mäuse vor die Tür.

Ich bin zur 51,2 bis 54,9prozentigen Katzenexpertin mutiert. Trockenfutter, so wird mir von Kennern beschrieben, enthalte Fruchtzucker. Die Miezen könnten davon Diabetes bekommen. Katzen, erfahre ich weiter, würden sehr wenig trinken. Ihren Wasserhaushalt müssen sie durch die Aufnahme von totem Fleisch in Urform oder grässlich stinkender mit Glibber angereicherter Masse aus Dosen oder Aluschälchen regulieren.

Trockenfutter müffelt erheblich weniger als Dosenfutter und ist auch billiger.  Bequem zu handhaben und von Menschen erfunden. Ich frage mich dabei , wie es wäre, wenn ich mich überwiegend von Sandkeksen ernähren müsste.

Meine Nachbarskatze kommt auch gerne bei mir vorbei, um sich kraulen zu lassen. Sicherlich hat sie mich, ich hoffe, ein wenig lieb, aber gleichzeitig werden bei den Streicheleinheiten ganze Wollknäuel von ihren Körper entfernt. Gebürstet wird die kleine Tigerin nämlich auch nicht, obwohl das von ihren Besitzern behauptet wird. Ich durfte immerhin feststellen, dass ich anscheinend nicht unter einer Katzenallergie leide.

Im Haus meiner Nachbarskatze leben noch eine weitere Katze, die auch ab und zu mal vorbeikommt, ein kleine Hündin und ein großer Rüde. Der Hundemann ist schon ein wenig betagt. Das mag schon sein, dass er altersbedingt seine Notdurft nicht immer kontrollieren kann. Mit den Hunden wird jedoch so gut wie nie Gassi gegangen. Ganz gut laufen kann der Rüde aber noch. Beide Hunde müssen ihre Geschäfte im Garten verrichten, obwohl wir hier auf dem Lande leben. Gegebenfalls soll der arme, in die Jahre gekommene beste Freund des Menschen ähm der Nachbarin bei Fortsetzung seiner unkontrollierten Ausscheidungen die Todesspritze erhalten. Ein Zusammenhang zu “Hinrichtung USA” (google das mal) ist sicherlich furchtbar geschmacklos, aber in meiner Phantasie stelle ich mir eine ausreichend große Nadel für das ausladende Hinterteil der Tierbesitzerin vor.

Es ist wohl angebrachter von einer Besitzerin zu sprechen, denn dem Ehemann gehen die Tiere nun sämtlichst am Arsch vorbei bzw. nimmt diese gar nicht erst wahr. Der Herr ist auch im Schützenverein. Ich gebe zu, Männer in Schützenvereinen sind mir suspekt. Ihm wiederum sind türkische Mitbürger suspekt, was ihn aber nicht davon abhält, Döner zu futtern.

Für 8 Euro fuffig die Stunde in einer Psychiatrie beschäftigt zu sein, berechtigt sicherlich die Frau Nachbarin dazu, mir die Fürsorge ihrer Katze zu überlassen. Regelmäßig klingelt die Dame auch an meiner Haustür. Als höflicher Mensch koche ich dann für meine Nachbarin Kaffee, wenn auch mit einer gewissen Widerwilligkeit.

Schuld ist wohl mein ungläubiger Gesichtsausdruck, dass ich mir nicht aufhörend von ihr anhören muss, bei ihrer Katze würde es sich um eine echte Siamkatze handeln und sie hätte Papiere. In diesem Zusammenhang bin ich geneigt, Schauspielunterricht zu nehmen, um meine Gesichtsentgleisungen in eine womöglich vorteilhaftere Richtung lenken zu können.

Aber immerhin erklärte mir meine Nachbarin, was eine “Türkendusche” ist.

Die Psychiatrie bzw. der Arbeitgeber meiner Nachbarin setzt echte Maßstäbe für Qualitätsstandards, da ihre Chefin bzw. Frau Doktor als GmbHlerin finanzielle Ressourcen für ihren gehobenen Lebensstandard abschöpft und einen Ort für ihre Leinwandergüsse findet (eine echte Künstlerseele eben). Und Hauptsache Arbeit für 8 Euro fuffig.

Zu den anderen Bewohnern der Straße ob mit oder ohne Haustieren habe ich keinen Kontakt. Ich höre aber ehepartnerliches Geschreie oder erlebe eine 80jährige Frau mit stets puterrotem Kopf und zu engem Synthetikkittel, weil der Nutzgarten mit einzukochendem Gemüse unbedingt sein muss anstatt mal die Füße hoch zu legen. Jedenfalls habe ich mein Handy immer griffbereit.

Ich glaube gar nicht mal, dass sich das ländliche Nachbarschaftswesen so sehr von z.B. einer Mietergemeinschaft in einer Stadt unterscheidet. Ich bin selbst ehemalige Städterin und hatte meine unheimlichen Begegnungen der dritten Art. Meine Erfahrungswerte reichen natürlich nicht für eine sauber ausgearbeitete soziologische Studie. In punkto Toleranz und Aufgeschlossenheit aber scheinen Stadtbewohner den Dörflern voraus zu sein. Ich habe entsprechende Artikel, die gestützt sind von Studien zur Fremdenfeindlichkeit, gelesen. Auch Homosexualität wird wohl von vielen Landeiern nicht akzeptiert.

Guckst Du hier:
http://www.sueddeutsche.de/leben/homosexualitaet-auf-dem-land-alles-andere-als-normal-1.1107304

Ja doch, ich bin auch ein Landei.

Samstag, 4. April 2015

Nobles Dessert - Welfenspeise

Die Welfenspeise ist ein zweischichtiges Dessert in den Farben des Adelsgeschlechts der Welfen - weiß / gelb. Sie besteht aus einer Vanille-Creme und einer Weincreme. Die Welfenspeise soll das  Lieblingsdessert von Kurfürst Ernst August von Braunschweig-Calenberg (1629 -1698) gewesen sein.
100 ml Eierlikör auf 4 Gläser verteilen.

Zutaten Vanille-Creme
2 x Eiweiß
1 Vanilleschote
400 ml Milch
80g Zucker
40g Speisestärke

Zutaten Weincreme
2 x Eigelb
30g Zucker
150ml Weißwein
1EL Zitronensaft
1 gehäufter TL Stärke

Ich habe das Rezept aus einer Fernsehzeitung. Im Original-Rezept kommt kein Eierlikör vor. Wie es Euch gefällt, eben.


Zubereitung:

Eiweiß steif schlagen. Mark aus der Vanilleschote rauskratzen. 250ml Milch mit Vanillemark und Vanilleschote sowie 80g Zucker aufkochen, dann vom Herd nehmen. 40g Speisestärke mit 150ml Milch verrühren. Unter die Vanille-Milch rühren. Erneut aufkochen lassen, beiseite stellen. Eiweiß unter die warme Masse heben.

Vanillecreme in die 4 mit Eierlikör gefüllten Gläser verteilen.

Eigelb, 30g Zucker, 150ml Weißwein, EL Zitronensaft sowie 1 gehäuften TL Stärke in Metallschüssel geben. Über heißem Wasserbad ca. 3 Minuten aufschlagen und warm auf die auf die Creme gießen. 1 Stunde kalt stellen.


Schmeckt super!








Freitag, 3. Oktober 2014

Wie ich fast zur DDR-Bürgerin werden sollte

Ich war 6 Jahre alt und verweilte zu Besuch bei meiner Patentante Marlies im niedersächsischen Irgendwo, um ein paar herrliche Sommertage zu verbringen.

Mein Vater, im Scheidungsprozess mit meiner Mutter befindlich, kam auch zu diesem Ort. Er verwickelte meine Patentante in ein Ablenkungsmanöver. Danach saß bei ihm in seinem Auto und wir fuhren Richtung Helmstedt. Seine Mutter wohnte in der DDR.

Während der Fahrt machte ich mir große Sorgen um meinen geliebten Wellensittich namens Jocki, aber mein Vater schaffte es, mich zu beruhigen. Als 6jährige hatte ich ohnehin nicht den Plan, was hier abging. Ich wusste außerdem, dass mein Vogel bei Tante Hanni, bei der meine Mutter und ich Unterschlupf gefunden hatten, gut aufgehoben war.

Tante Hanni war nicht wirklich meine Tante und eine fabelhafte Frau. Das Einzige was mich an ihr störte, war, dass sie die Limonadenflasche im Winter auf die Heizung legte. Aber wahrscheinlich meinte sie es nur gut und befand, dass kalte Getränke in der kalten Jahreszeit für Kinder nicht bekömmlich seien.

Tante Hanni und ihr ebenso netter Mann Alfred hatten auch einen schönen Garten mit Durchgangsmöglichkeit zum Nachbarsgrundstück. Um so leichter konnte ich mich mit den Nachbarskindern anfreunden und auch als Scheidungskind war die Zeit für mich ganz doll erträglich gewesen.

Nun komme ich zurück zur eigentlichen Geschichte.

Als mein Vater und ich die Grenze erreichten, trichterte er mir ein, bei Befragungen das und das zu sagen. Ich sagte aber nicht das und das, sondern antwortete wahrheitsgemäß. Ich kann mich nicht daran erinnern, was ich eigentlich für Antworten geben sollte und ob ich mich verplappert oder die Wahrheit gesagt hatte, weil ich instinktiv spürte, das hier was gewaltig nicht stimmt. Ich weiß auch nicht mehr, ob ich mich zu diesem Zeitpunkt noch auf der bundesrepublikanischen Seite oder bereits schon auf dem Territorium der DDR befand. Ich weiß nur, dass die Grenzbeamten unbekannter Zugehörigkeit sehr nett zu mir gewesen sind und mich mit einem Mettwurstbrot versorgten.

Nach dem ganzen Geschehen wirkte mein Vater still und bedrückt. Ich hingegen freute mich bei der Rückkehr über das Wiedersehen mit meinem Vogel Jocki. Kapiert habe ich die Geschichte so halbwegs erst Jahre später.

Mein Vater ist 1990 verstorben.

Donnerstag, 17. Juli 2014

Mittwoch, 16. Juli 2014

Weltmeister gucken in Schl****nd



Vor dem Spiel, alle sind (noch) entspannt.

Die Nationalhymne und ERIC 87
Weitere Bilder bis zu den glücklichen Gesichtern auf next page


Samstag, 12. April 2014

Kannibalische Papageien

Ja, liebe Blog-Gemeinde. Es ist Zeit, sich unbeliebt zu machen. Das ewig Zurückgehalte und politische Korrekte gehen mir auf den Sack. Dabei die perfekteste Rechtschreibung und einen möglichst eleganten, brillant geschliffenen Schreibstil an den Tag legen. Keinem wird weh und wehe getan. Das aussagfähige Nichts. Ach ja, ach ja, monatelang habe ich hier nichts geschrieben, weil ich keine Zeit hatte und die Social Media echt Arbeit macht. Ihr versteht, das Blog ist ja mit Twitter verbunden. Alle Follower sind tatsächlich noch da. Wow ! Und jetzt das Bild